One-fits-all Matratzen: Gute Sache oder gutes Marketing?

Seit einigen Jahren gibt es geradezu eine Schwemme von Matratzenherstellern, die nur ein einziges Produkt herstellen und dieses nur online vertreiben. Diese eine Matratze soll für fast jeden Menschen traumhafte Nächte bieten. Für viele Käufer ist sicherlich die fast immer angebotene Geld-zurück-Garantie ausschlaggebend, die ein Probeschlafen von bis zu 100 Tagen ermöglicht. Ein weiterer Vorteil: man muss sich nicht tagelang durch Matratzen- und Möbelgeschäfte kämpfen, um das passende Nachtlager zu finden.

Die beste getestete Matratze

Spätestens als die Stiftung Warentest 2015 die wirklich günstige Bodyguard Anti-Kartell-Matratze von Bett1 als beste getestete Matratze auszeichnete, war den „One fits all“ Matratzen der Weg in die Schlafzimmer geebnet. Seitdem streiten sich Hersteller, Käufer, der Fachverband der Matratzen-Industrie und die Stiftung Warentest darüber, ob denn wirklich eine einzige Matratze für jeden Körper mit all seinen Eigenheiten geeignet sein kann.

Die Stiftung Warentest eckte in den letzten Jahren mit einigen Tests an, und als Verbraucher sollte man die Ergebnisse auch gerne hinterfragen. So ergab zum Beispiel ein Testergebnis von Boxspringbetten aus 2016 im besten Fall die Gesamtnote „befriedigend“. Grund dafür war, dass fast alle getesteten Modelle nur ein „mangelhaft“ für Deklaration und Werbung erhielten. Nach Meinung der Tester lag häufig eine fehlerhafte Deklaration der Festigkeit der Matratzen vor. Demnach sei eine Matratze auf zum Beispiel einem regulären Lattenrost als fest zu bezeichnen, auf dem Boxspringbett dann aber als medium oder gar soft zu deklarieren. Dabei sind die Begrifflichkeiten „fest“ oder „soft“ gar nicht genormt und dürfen daher eigentlich nicht als fehlerhaft bewertet werden.

Im Oktober 2018 testete die Stiftung Warentest übrigens erneut Matratzen – aber nur Modelle, die in Tests der vergangenen zehn Jahre bereits als beste bewertet wurden. Testsieger wurde erneut die „Bodyguard Anti-Kartell-Matratze“ von Bett1.

 

Die Qual der Wahl

Grundsätzlich ist nichts gegen eine sogenannte „One fits all“ Matratze einzuwenden, wenn man selbst gut darauf schläft. Wer nach einer langfristigen Alternative zur bisherigen Matratze sucht, sollte sich vielleicht die Mühe machen und in einem Fachgeschäft auf verschiedenen Modellen probeliegen. Denn eigentlich merkt man erst im Vergleich, welche Festigkeit und welches Material wirklich für einen selber geeignet ist. Die Einheitsmatratzen bestehen meist aus Schaumstoff, und vielleicht sind Alternativen mit Federkern oder aus Latex besser für Sie geeignet.

Die Bewertung der Liegequalität ist natürlich auch ein wenig davon abhängig, wie und worauf man vorher geschlafen hat. Aus eigener Erfahrung können wir sagen: wenn man jahrelang viel zu hart gelegen hat, kommt einem eine wesentlich softere Matratze natürlich erst mal ziemlich weich vor. Das muss aber nicht schlecht sein, im Gegenteil. Nur auf einer weicheren Matratze können Schulter- und Hüftpartie bei Seitenschläfern einsinken, so dass die Wirbelsäule gerade gelagert wird.

Bei onmeda und allnatura haben wir interessante Artikel zum Thema gefunden.

Fazit

So vielfältig wie unsere Körper und das Matratzenangebot sind die Meinungen zum Matratzenkauf. Ob nun die „beste getestete Matratze“ auch die beste für Sie ist, müssen Sie am Ende selbst bewerten. Wir freuen uns über Feedback zum Thema!